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Gans - oder gar nicht's

Das Vorhaben:

 

Nachdem wir letztes Jahr eine Ente zu Weihnachten hatten und diese nicht wirklich für fünf hungrige Mäuler gereicht hat, haben wir dieses Jahr beschlossen: GANS - oder gar nichts! Unser örtlicher Netto-Markt hatte (ganz zufällig) in der Woche vor Weihnachten ein Angebot für eine Weihnachtsgans im Prospekt.

 

Weil ich dann aber irgendwie bis Freitag mit dem Einkauf gewartet hatte, war natürlich nix mehr übrig von irgendwelchen Weihnachtsgänsen. Aber eine schöne dicke polnische Hafermastgans mit 4000g gab es noch in deren Gefriertruhe. Okay, das Gewicht ist mit den Innereien, die in einem Plastikbeutel in der Gans stecken.

Manche nutzen die Innereien ja sogar für die Füllung. Man kann die zum Beispiel pürieren und mit diversen Gewürzen, Kräutern und anderen Zutaten nutzen. Für uns kommt Herz, Leber, Nieren und Magen allerdings nicht in Frage.

 

Also bleibt uns noch etwa eine 3,5kg Gans. Und ich habe beschlossen, die Füllung und das Würzen allgemein, dieses Jahr auf ein schmackhaftes Minimum zu begrenzen.

Die Zubereitung:

 

Nachdem das dicke Tierchen ordentlich ab- und ausgewaschen wurde, nahm ich mir eine Schüssel und die folgenden Zutaten:

 

  • zwei kleine Äpfel
  • eine kleine Dose Mandarin - Orangen 312g
  • fünf Scheiben Toastbrot
  • sechs einzelne Spekulatius
  • einen Teelöffel Zimt

Der Vorteil dieser Zutaten ist, das man sie eigentlich immer im Haus hat und ich in diesem Fall nicht mal extra dafür einkaufen musste. Ich mag es gerne einfach - lecker.

 

Als erstes hab ich die Toastscheiben und die Spekulatius (Kekse) ziemlich klein in die Schüssel gebröselt. Dann aus der Dose die Mandarin-Orangen und ein drittel des Saftes genommen. Die Äpfel recht klein geschnitten und mit dem Teelöffel Zimtpulver ebenfalls alles mit in die Schüssel.

Mit den Händen ordentlich zu einer Masse durchgeknetet.

 

Das Ganze wurde einfach in den Hintern der Gans gestopft und dieser dann verschlossen. Wie auf dem Bild zu sehen, ist mir das später aber aufgegangen. Macht im Prinzip nix. Die Masse bleibt im Normalfall im Geflügel. Und vor dem Servieren wird es eh entnommen und entsorgt. Es sei denn, jemand von Euch mag das mitessen.

 

Bevor ich den Gockel in die Röhre geschoben habe, wurde er von allen Seiten mit etwas Salz eingerieben und ein weiteres drittel des Mandarin-Orangen-Saftes über den Braten gegossen.

Das ganze 45 Minuten bei 200° Umluft in den Ofen. Danach wird die Temperatur auf 80° ohne Umluft gestellt und etwa fünf Stunden so gelassen.

Die Beilagen:

 

  • Rotkohl aus dem Glas (680g)
  • Knödel

Den günstigen Rotkohl, den wir auch immer im Haus haben, habe ich nach 4 Stunden in einen Topf gegeben und noch mit etwas Wasser das Glas ausgespült um die Reste raus zu bekommen und mehr Flüssigkeit im Topf zu haben. Der Rotkohl soll jetzt 1,5 bis zwei Stunden ganz langsam köcheln.

Ich habe ein Lorbeerblatt (in zwei Hälften) und drei Nelken (weil Weihnachtlich) dazu gegeben. Eine Prise Zucker und eine doppelte Prise Kräutersalz. Einen weiteren kleinen halben Apfel habe ich in winzige Würfel geschnitten und zum Rotkohl getan. Diese zerkochen in der Regel innerhalb der Zeit.

Knödel oder andere Beilagen kann jeder nach Belieben machen.

 

 

Das Finale:

 

Nach fünf Stunden auf 80° (es dürfen auch sechs oder sieben sein) habe ich die Temperatur auf 180° Umluft hochgestellt und der letzte verbliebene Mandarinensaft und ein Teelöffel Honig kam über die Gans.

Jetzt kommt es auch ein bisschen auf den Ofen an. Nach etwa 30 bis 60 Minuten sollte das Federvieh eine schöne Bräunung haben und knusprig sein. Da gehört ein wenig Fingerspitzengefühl und der eigene Geschmack dazu, wann man es als fertig betrachtet. Durchgegart ist die Gans - sicher.

 

Aus dem Fond, nach dem herausnehmen der Gans, habe ich in dem Bräter mit etwas Rotwein, Brühe, Gewürze, Mehlschwitze (oder Soßenbinder) eine leckere Geflügelsoße gemacht. Der Rotwein kann auch schon beim hochstellen der Temperatur in den Bräter gegeben werden.

 

Fertig ist die lecker-einfache Weihnachtsgans. Meiner Familie hat es super geschmeckt. Gibt's sicher nochmal! Aaaaber... mit neuer Geflügelschere...

René

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